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Darum sollte man sich keine Ziele setzen

Ziele sind schön und recht und werden in der Schule, in Management-Kursen und Projektmanagement-Theorien gerne als antreibende Kraft bezeichnet.
Leider steckt in den meisten Zielen viel Kontraproduktives. Tatsächlich werden falsch gesteckte Ziele fast nie erreicht. Im schlimmsten Fall haben Ziele einen negativen Einfluss auf Ihr Weiterkommen.
Erfahren Sie, wie Sie das vermeiden und was Sie besser machen können.
Ziel ( :-) ): Ziele nicht nur stecken, sondern auch erreichen.

Sind Ziele nicht S.M.A.R.T?

In den Theorien des Projektmanagements geistert gerne die SMART-Formel für gute Zielformulierung herum. SMART steht für

  • Spezifisch (das Ziel ist genau genug formuliert)
  • Messbar (die Erreichung lässt sich messen)
  • Akzeptiert (das Ziel wird für sinnvoll erachtet)
  • Realistisch (das Ziel kann erreicht werden)
  • Terminiert (die Erreichung des Ziels ist bis zu einem definierten Zeitpunkt geplant)
Tatsächlich ist es sinnvoll, Ziele, wenn dann sinnvoll zu formulieren.

Schlecht ist auf alle Fälle ein Ziel wie "Umsatz steigern". Besser wäre "Der Umsatz soll im April um 5% gegenüber dem Vormonat gesteigert werden".

Noch schlechter sind Ziele wie: "mit 30 Millionär sein". Auch wenn dieses Zielt der SMART-Formulierung grundsätzlich entspricht, hat es seine ganz eigenen Problemen, auf welche wir nun eingehen:

Die Probleme von Zielen

Ziele haben den Grundgedanken, einen zu Motivieren. Die Kernidee: Wenn man ein Ziel hat, wird man auch alles mögliche dafür tun, es zu erreichen. Was weiss wohin die Reise gehen soll und warum man etwas macht.


Das klingt zunächst ganz gut, nur leider haben Ziele diverse negative Aspekte.

1. Ziele sind abhängig von äusseren Faktoren

Ziele lassen einen in eine Richtung gehen, nur manchmal (meistens) stehen sie in Konflikt zu den äusseren Umständen. Auch andere Menschen haben Ziele und die Welt birgt ebenfalls regelmässig Überraschungen.


Kurzum, auf viele Dinge hat man selbst schlicht keinen Einfluss. Wenn die Erreichung von Zielen zu stark von der Umwelt abhängt, dann verfehlen Ziele den eigentlichen Zweck.

2. Ziele schränken ein und machen unflexibel

Um erfolgreich zu sein, ist immer eine gute Portion Flexibilität nötig. Ein Erfolgsgeheimnis grosser Sportlerinnen und Sportler ist auch, dass sie ein hohes Mass an Flexibilität aufweisen und diese insbesondere in Drucksituationen zur Geltung bringen.


Wer sich zu sehr nur auf seine Ziele einstellt, verpasst es unter Umständen, wenn sich die äusseren Gegebenheiten ändern und die Ziele gar nicht mehr von Vorteil sind. Im schlimmsten Fall erreicht man seine Ziele, merkt dann aber, dass sie einem nicht mehr viel bringen. Dann ärgert man sich über die verlorene Zeit und Energie.

3. Ziele erfüllen dich nicht und geben dir eine falsche Perspektive

Haben Sie schon einmal ein Ziel erreicht und anschliessend gemerkt, dass sie genau in dem Moment, als es soweit war, aus unerklärlichen Gründen frustriert sind?


Das Problem ist, dass Ziele einem vorgaukeln, dass sie der Weg zum Glück sind.

4. Ziele sind frustrierend und drücken die Leistung

Zu viele Ziele geben ein eher beklemmendes Gefühl. Das Schlimme ist, dass wenn man zwar viele Ziele erreicht hat, man aber noch einen Haufen weitere Ziele vor sich hat, man sich zu sehr auf das konzentriert, was vor einem liegt, statt auf das, was man erreicht hat.


Wenn am Ende des Tages viele Ziele nicht erreicht sind, verursacht dies ein schlechtes Gefühlt. Das wiederum drückt die Motivation nach unten. So können Ziele am Ende des Tages einen negativen Einfluss auf die Leistung haben - dabei sollten Ziele eigentlich die Leistung ankurbeln. 

5. Ziele sind kein Plan und schon gar kein System zum Erfolg

Ein Ziel sagt einem zwar, was man erreichen möchte, selten aber zeigen sie auf, wie sie zu erreichen sind.


Der wahre Erfolg liegt selten in der Erreichung von einzelnen Zielen. Für den wahren Erfolg braucht man ein funktionierendes System, dazu in einem späteren Artikel mehr.

Kurzfassung: 
Wer sich zum Beispiel zum Ziel setzt, pro Monat ein Buch zu lesen, wird alleine dadurch nicht erfolgreicher. Wäre dem so, müssten sämtliche lesebegeisterten Menschen höchst erfolgreich sein. Tatsächlich besteht eine Korrelation zwischen Erfolgs-Personen und deren Leseaktivität. 
Erfolgreiche Personen neigen tatsächlich dazu viel zu lesen, das bedeutet jedoch nicht, das die Leseaktivität URSACHE für den Erfolg ist.

Wenn keine Ziele, was dann?

Ziele sind an sich schon in Ordnung, man sollte sie nur nicht als solche im Sinne "das muss ich erreichen" erachten.

Besser ist, man betrachtet Ziele als "Optionale Win-Tasks". Darin steckt:
  • Optional (es ist nicht schlimm, wenn man sie nicht erledigt)
  • Win (sie bringen einem einen Nutzen)
  • Task (sie sind als Aufgabe formuliert)

Flexibilität bewahren - mit kleinen Schritten gross werden

Es ist besser, man denkt über kleine Schritte nach, welche langfristig dazu führen, den Berg zu erklimmen. Statt sich ein Ziel zu setzen wie "5'000 Abonnenten" formuliert man besser Aktivitäten, welche dazu führen können, dass man 10 Abonnenten erhält.


Es ist ebenso bessern, dass man die Ziele als optional betrachtet und auch einmal bereit ist, Ziele fallen zu lassen. Die Welt und auch man selbst ändert sich über die Zeit, dem sollte Rechnung getragen werden.

Mit Mini-Tasks das Gehirn überlisten

Wenn man Mühe hat, eine Aktivität anzugehen, hilft der Mini-Task-Trick.


Wenn man zum Beispiel fitter sein möchte und sich vorgenommen hat, täglich 30 Minuten Sport zu machen, man die nötige Motivation aber nicht findet, kann man Folgendes versuchen:

Man nimmt sich vor, nur drei Minuten Sport zu machen (oder sogar nur eine Minute). Häufig braucht es nur diese Aktivierung und man ist "drin" und hört nicht mehr auf.

Das ist wie beim Anschieben eines Autos. Sobald das Auto einmal rollt, geht es viel einfacher.

Wichtig ist, dass man sich selbst nicht "belügt". Wenn man einmal nach drei Minuten Sport tatsächlich nicht weitermachen möchte, ist das ok und man hört auf. Sonst verliert man im wahrsten Sinn des Wortes das "Selbstvertrauen".

Probieren Sie es aus: Machen Sie jetzt gleich nur eine einzige Liegestütze.

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